Patenschaften

Ehrenamt ist Ehrensache - im Ruhrgebiet

​Die dritte Etappe unserer Patenschaftsreise führt uns tief ins Ruhrgebiet nach Gelsenkirchen. Eines fällt uns hier immer wieder auf: Die ehrenamtliche Hilfe ist nicht nur allgegenwärtig, sondern scheint auch ganz alltäglich. 

​Erfahrung mit Geflüchteten und Vertriebenen
Man hilft selbstverständlich. Vielleicht deshalb, weil das Ankommen und Fremdsein Teil so vieler Familiengeschichten hier ist. Denn das Ruhrgebiet hat Erfahrung mit Geflüchteten und Vertriebenen: Immer wieder in seiner Geschichte flohen Menschen von überallher in diesen Schmelztiegel, um Sicherheit, Arbeit und eine Zukunft zu finden.

Seit einigen Monaten kommen nun wieder sehr viele Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern. Auch nach Gelsenkirchen. Der AWO Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop plante deshalb im Rahmen des Patenschaftsprogramms 100 Patenschaften. Rund 40 sind schon realisiert. Die sind aber nur ein kleiner Teil des helfenden Netzwerkes vor Ort. Denn es gibt unzählige ehrenamtliche Helfer/innen, die hier geflüchtete Menschen unterstützen.

Wir haben ein paar von ihnen kennengelernt – bei Pizza undFußball ...



Admir Bulić
Einmal AWO, immer AWO

Dass eine so große Anzahl an Patenschaften in Gelsenkirchen/Bottrop geschlossen wurde, ist auch Admir Bulić, Leitung der Fachdienste Integration – Zuwanderung – Flüchtlinge und seinem Team zu verdanken. Admir kommt aus dem ehemaligen Jugoslawien und ist seit ca. 18 Jahren bei der AWO tätig – seit fast zwei Jahrzehnten heißt es für ihn „Einmal AWO, immer AWO“. Er findet: Integration kann nur gelingen, wenn Haupt- und Ehrenamt so eng und reibungslos zusammenarbeiten wie hier vor Ort.

Amin Degengart
Gelsenkirchen – Iran Gelsenkirchen

Damit das alles so reibungslos funktioniert, bedarf es einer guten Koordination und Organisation. Ein Mitarbeiter, der maßgeblich für das gute Miteinander verantwortlich ist, ist Amin Degengard. Amin ist geboren in Gelsenkirchen, aber aufgewachsen im Iran, wo er Grundschullehrer war. Während des Krieges im Iran in den 90er Jahren musste er fliehen und ging wieder nach Deutschland zurück. Amin spricht, wie er sagt, fünf bis sechs Sprachen und unterstützt u. a. Jugendliche in Flüchtlingsfamilien, klärt junge Flüchtlinge über die Regeln und das Zusammenleben in Deutschland auf und gibt Unterstützung sowie pragmatische Hinweise – angefangen bei der Mülltrennung bis hin zur Wohnungssuche – für das tägliche Leben.


André del Barrio Colorado
Fußball-Freunde

Der 24-jährige André del Barrio Colorado (im schwarzen AWO-Shirt) ist in Gelsenkirchen geboren, seine Eltern waren in den 70ern Flüchtlinge aus Spanien und arbeiteten in der Zeche. André absolvierte bei der AWO seine Ausbildung als Bürokaufmann und ist jetzt hauptamtlich in der Verwaltung des Unterbezirkes tätig. Das reicht ihm aber nicht. Er möchte sich sozial engagieren und andere Menschen unterstützen. Aus diesem Grund ist er Pate für Flüchtlinge geworden. So spielt er u. a. regelmäßig Fußball mit ihnen und inzwischen haben sich viele Freundschaften entwickelt. Fußball ist hier sowieso ein Grund sich näherzukommen: Ein gelungenes Beispiel ist die Aufnahme von Flüchtlingen in regionale Fußballvereine.

Rodin Abdullah
Mit der schwangeren Ehefrau auf der Flucht

Mit anderen Menschen gemeinsam Fußball zu spielen bereitet auch Rodin Abdullah viel Freude und ist eine willkommene Abwechslung. Rodin floh mit seiner schwangeren Frau und einem Kleinkind im vergangenen Jahr aus Syrien, ab Griechenland über den Landweg. Diese Flucht war sehr beschwerlich. Er und seine Familie sind deshalb dankbar, dass sie in Deutschland so gut aufgenommen wurden und in der AWO große Unterstützung erhielten. Mittlerweile ist das zweite Kind gesund zur Welt gekommen. Die Familie hofft nun auf eine sichere Zukunft hier in Deutschland.

Die Gelsenkirchener können aber noch mehr als Fußball – nur ein paar Tage vor unserem Besuch veranstalteten die AWO-Ehrenamtlichen ein erstes „Café der Begegnung“. Flüchtlinge und andere Neu-Gelsenkirchener waren eingeladen, Alteingesessene kennenzulernen. Rund 150 Menschen folgten der Einladung. Wir verstehen das gut, denn: das Willkommenheißen, das können die Menschen hier. Dankeschön! Und hoffentlich bis bald.


P.S.: Als nächstes besuchen wir Dresden. Zur vorherigen Etappe unserer Reise, mit Kuchen in Ludwigslust und Familie aus aller Welt, geht es hier entlang


Die Patenschaften begleiten wir im Rahmen der Patenschaftskampagne "Weil uns mehr verbindet - als uns trennt!". Die AWO hat knapp 3.600 Patenschaften für geflüchtete Menschen übernommen. Sie wird gefördert vom Patenschaftsprogramm des BMFSFJ "Menschen stärken Menschen". Die Patenschaftskampagne ist Bestandteil des AWO-Themenjahres "Für Menschen nach der Flucht. Gemeinsam in Würde leben".

#wasunsverbindet

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