Patenschaften

"Peter und der Wolf" in Havelhöhe

Kinder leiden oft besonders unter den Strapazen der Flucht. Endlich in Sicherheit, können sie aber auch in den Erstaufnahmeeinrichtungen oft nicht kindgemäß leben. Das AWO Refugium An der Havel versucht, „seinen“ Kindern gerecht zu werden – möglich ist das dank engagierter Berlinerinnen. Wir haben vier von ihnen getroffen und festgestellt: Ehrenamt geht immer.

In Berlin Havelhöhe

Es gibt Menschen, die Hilfe brauchen und Menschen, die unterstützen möchten. Gerit Probst (46) ist eigentlich Islamwissenschaftlerin. Sie wohnt in der Nachbarschaft und engagierte sich von Anfang an – seit 2014 – ehrenamtlich hier. Sie leitete zweimal wöchentlich einen Deutschkurs und unterstützte in der Kinderbetreuung. Seit Anfang 2016 koordiniert Gerit hauptamtlich bei der AWO Berlin-Mitte die Ehrenamtlichen in der Erstaufnahmeeinrichtung in Berlin-Havelhöhe. Ihr freiwilliges Engagement blieb dabei nicht auf der Strecke. Sie und ihre Familie unterstützen weiterhin Flüchtlingsfamilien.

Gerit Probst

Ohne die zahlreichen Ehrenamtlichen wäre vieles hier nicht möglich, so erzählt Laila Mirza. Laila ist die Erzieherin der Kindergruppe in der Erstaufnahmeeinrichtung im AWO Refugium An der Havel in Berlin. Laila betreut hier seit 2013 wochentags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr Kinder. Jeden Tag kommen 10-50 Kinder zum Spielen, Basteln, Singen und vielem mehr. Ohne ehrenamtliche Unterstützung wäre vieles nicht möglich. In der Betreuung helfen regelmäßig acht Frauen zu unterschiedlichen Zeiten. Manche kommen täglich. Laila selbst hilft sogar privat einigen Flüchtlingen, denn es scheint, dass alle, die hier arbeiten, irgendeine Familie adoptieren.

Laila Mirza (rechts) im Gespräch

Eine der Frauen, die regelmäßig in der Kinderbetreuung unterstützen, ist Ute Albrecht (73). Ute wohnt in der Nachbarschaft und ist Rentnerin. Sie arbeitete in ihrem Beruf als Psychiaterin jahrelang mit Kindern und wollte sich zu Beginn ihrer Rente eigentlich erst einmal nur um sich und ihre Familie kümmern. Aber das reichte Ute nicht. Und weil ihr Enkel relativ weit weg wohnt, hat sie beschlossen, sich um "andere" Kinder zu kümmern. Es müssen ja nicht immer die eigenen sein …

Ute Albrecht (links) erzählt von ihrem Engagement

Musik von und für Kinder
Mittlerweile verstärkt Ute mindestens zwei Mal in der Woche das Team in der Kinderbetreuung. Besonders gern singt sie mit den Kindern, hört klassische Musik und besucht zusammen mit einigen von ihnen am Wochenende Konzerte. Morgen geht es zum Beispiel in die Berliner Philharmonie – zu "Peter und der Wolf", damit die Kinder das Stück auch einmal live erleben können.

Das Ende der Reise

Es fühlt sich fast so an, als ob wir uns erst gestern auf die Reise gemacht hätten. Aber zwei Wochen sind vergangen und wir haben uns im Rahmen der AWO-Patenschaftskampagne das Engagement für und mit geflüchteten Menschen in ganz Deutschland anschauen können.

Es war unglaublich beeindruckend, wie viel und wie selbstverständlich Menschen sich einsetzen, um anderen das Ankommen und Einleben ein kleines Stück leichter zu machen. Ob im Norden, Westen, Osten – überall bei der AWO sind die Menschen wahrlich mit Herzblut dabei. Wir waren ja auf der Suche nach dem, was uns verbindet. Ich glaube, wir haben es immer wieder in ganz verschiedenen Formen gefunden – ob es das miteinander Spielen, das gemeinsam Singen und Kochen oder das gegenseitige Helfen ist – es sind die kleinen Gesten und Freuden, die Bindungen zwischen den Menschen geschaffen haben. 

Ich freue mich sehr, dass ich ein paar von ihnen allen kennen lernen durfte. Jetzt geht es zurück an meine „richtige“ Arbeit. Ich bin ein bisschen traurig darüber, aber ich nehme ganz viel Motivation und Begeisterung mit zurück. 

Dankeschön dafür an alle, die wir getroffen haben.


Die Patenschaften haben wir begleitet im Rahmen der Patenschaftskampagne "Weil uns mehr verbindet - als uns trennt!". Die AWO hat knapp 3.600 Patenschaften für geflüchtete Menschen übernommen. Sie wird gefördert vom Patenschaftsprogramm des BMFSFJ "Menschen stärken Menschen". Die Patenschaftskampagne ist Bestandteil des AWO-Themenjahres "Für Menschen nach der Flucht. Gemeinsam in Würde leben".

 #wasunsverbindet

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