Nachdenken über Ressentiments anderen gegenüber

Der etwas andere Aktionstag gegen Rassismus der Geschäftsstelle des AWO Bundesverbandes

Etwas verwunderte Gesichter gab es gestern schon am Internationalen Tag gegen Rassismus: Dieses Jahr gingen die Mitarbeiter/innen der Geschäftsstelle des AWO Bundesverbandes nicht mit Trillerpfeifen und Plakaten vor der Tür, um sich lautstark gegen Rassismus zu äußern. Eingeladen wurde stattdessen zu zwei Mitarbeiterversammlungen am Vor- bzw. am Nachmittag. Doch statt Stuhlreihen und die Ahnung auf eine Stunde Vortrag, fanden die Kolleginnen und Kollegen einen leeren Raum vor.

„Wir wollen uns heute Gedanken über den alltäglichen Rassismus machen, von dem auch von uns keiner frei ist,“ begrüßte uns der Referent für Rassismus, Resa Memarnia, und lud uns zu einem interaktiven Rollenspiel ein.

Alle Personen zogen jeweils eine Karte, auf der kurz eine Personrolle beschrieben stand. Jede/r sollte sich in die Person hineindenken und sie so interpretieren, wie sie/er es für richtig hielt.

Wir stellten uns anschließen hinten im Raum auf. Dann las Resa Alltagssituationen vor. Immer, wenn wir der Meinung waren, wir würden in unserer Rolle diese Situationen mit einem „Ja“ beantworten, sollten wir einem Schritt nach vorne gehen.

Nach zehn Konstellationen standen alle „Rollen“ an unterschiedlichen Positionen im Raum. Einige konnten immer mit „Ja“ antworten, andere nicht in einer einzigen Situation. Damit wurde deutlich, wie unterschiedlich Chancen in unserer Gesellschaft verteilt sind und wir „Bio-Deutschen“ – so hieß gestern – uns aktiv umdrehen müssen, um die, die zurückgeblieben sind wahrzunehmen und Ihnen die Hand zur Hilfe auszustrecken.

Aber es wurde auch deutlich, dass wir selber unsere Rolle mit eigenem „Schubladen-Denken“ interpretiert haben. Natürlich war ich in meiner Rolle „weiß“ und nicht „schwarz“.

Es war eine nachdenkliche Stimmung die am Ende des eindrucksvollen Rollenspiels blieb. So ganz intensiv und wenig lautstark. Eine gelungene Weiterentwicklung des Aktionstages. „AWO gegen Rassismus“ fängt bei uns selber an.

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